Work in Progress

Werte Zuhörerschaft,

​die materiellen Verwerfungen in Blakes privatem Umfeld bleiben eine unbestreitbare Tatsache. Dennoch hat sich die pragmatischste und drängendste Facette dieses Vorfalls vorerst geklärt: Die Versicherung hat bestätigt, den entstandenen Schaden vollumfänglich zu regulieren. Der rein existenzielle Druck, der in den vergangenen Tagen verständlicherweise über allem hing, ist somit gewichen. Blake kann sich nun auf den funktionalen Wiederaufbau konzentrieren, ohne dass finanzielle Abgründe drohen.

​Die Maschinerie von Nova Sector steht derweil nicht still. Während Blake sich zwangsläufig zurückziehen muss, setzen Henni, Dan und ich die Konstruktion von „Weltenbrand“ unermüdlich fort. Die Sequenzer laufen weiter im Hintergrund, und wir formen die verbleibenden Strukturen auch ohne seine direkte Präsenz.

​Die klangliche Architektur des Albums durchläuft dabei eine notwendige Evolution. Unser Bestreben ist es, uns weiterzuentwickeln, ohne die klassischen musikalischen Pfade gänzlich zu verlassen. Was wir formen, ist eine bewusste Symbiose aus genreübergreifenden Instrumenten und stilistischen Werkzeugen. Es ist zweifellos ein schmaler Grat und nicht immer leicht, gewohnte Terrains zu verlassen, um Altbewährtes mit neuen Impulsen zu verschmelzen, ohne dabei den essenziellen Charakter der Band aus den Augen zu verlieren. Doch die Zeit der ausschließlichen Dominanz von Synthesizern und Keyboards ist vorüber. Wir beschreiten nun auch gänzlich andere Wege: Kamen die Gitarren auf unserem ersten Werk noch vollständig aus dem Rechner, so ist dieses Mal jede analoge Schwingung physisch und echt eingespielt.

​In seiner Gesamtheit wird das neue Material ein bis zwei Gänge härter, unerbittlicher und noch düsterer ausfallen. Unsere vertraute Melancholie bleibt das Fundament, wird jedoch musikalisch mit einer fast schon paradoxen Nuance von Hoffnung gewürzt – und das, obwohl die inhaltliche Thematik der Platte an sich kaum Raum für derartige Illusionen belässt.

​Unser Ziel bleibt es weiterhin, die Veröffentlichung für den Herbst 2026 zu realisieren – eine Zeit, die der Kälte unseres Klangs ohnehin am ehesten entspricht. Wir arbeiten mit Nachdruck darauf hin, diesen Rhythmus beizubehalten, auch wenn wir in Anbetracht der aktuellen Umstände kein verbindliches Versprechen abgeben können.

​Wir arbeiten weiter im Verborgenen.

RicO

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