Ein Manifest der Zäsur: Wir verlassen das digitale Rauschen

An all jene, die unserer Kunst wahrhaftig folgen,

​wir haben eine Entscheidung getroffen. Es ist ein Schnitt, der längst überfällig war und den wir mit der vollsten Überzeugung unserer künstlerischen und menschlichen Integrität vollziehen: Wir werden uns mit sofortiger Wirkung aus den trivialen und lauten Sphären der sogenannten sozialen Medien – namentlich Instagram, TikTok und Konsorten – zurückziehen.

​Die Gründe für diesen Schritt sind ebenso profan wie tiefgreifend bedauerlich: Der digitale Raum ist zu einem Schauplatz primitivster Anfeindungen verkommen. Wir mussten in jüngster Vergangenheit vermehrt feststellen, dass bereits das schlichte Artikulieren einer eigenen Haltung ausreicht, um zum Ziel kleingeistigen Hasses zu werden. Das betraf nicht nur uns sondern auch Fans, Freunde und Familie und da ziehen wir schlicht die Grenze. Es entbehrt nicht einer gewissen, tragischen Ironie, dass ausgerechnet die rechtsgerichteten Geister dieses Landes den Begriff der „Meinungsfreiheit“ stets am lautesten skandieren – eine eigene Meinung aber offensichtlich nur dann goutieren, wenn sie als Echo ihrer eigenen, intellektuellen Enge widerhallt.

Das sind wir nicht. Und das werden wir niemals sein.

​Unsere Band formt sich aus Individuen, die aus drei verschiedenen Nationen stammen. Wir sind der lebende Beweis dafür, dass Kunst von Vielfalt zehrt und nur im Respekt voreinander gedeihen kann. Wir akzeptieren einander so, wie wir sind – bedingungslos. Wir sind in den Jahren nicht nur Bandkollegen sondern Freunde geworden. Weltoffenheit und Toleranz sind für uns keine hohlen Phrasen, sondern das absolute Fundament unseres Seins. Wir verurteilen niemanden aufgrund seiner Herkunft und stellen uns mit aller Entschlossenheit gegen jede Form von Hass, Hetze und Gewalt. Dafür standen wir immer, und dafür werden wir ewig einstehen.

​Daher sprechen wir hiermit auch eine unmissverständliche Einladung aus: Wem unsere Haltung ein Dorn im Auge ist, der möge sich umgehend abwenden. Wir verzichten gerne, leichten Herzens und voller Stolz auf den Beifall von jenen, die unsere Werte nicht teilen.

​Wir besinnen uns auf das, was Bestand hat. Musik war, ist und bleibt eine universelle Sprache. Sie ist ein Refugium für alle Menschen – egal ob dunkelhäutig oder weiß, ob Moslem, Christ oder Jude, ob hetero- oder homosexuell, ob Mann, Frau oder etwas dazwischen.

​Unsere Kunst ist ein Raum für all jene Seelen, die ihren Gefühlen und Gedanken Raum und Freiheit geben wollen. Was unsere Musik jedoch ganz gewiss nicht ist: Ein Soundtrack für verblendete Existenzen, die sich in ihrem Wahn für die „neue arische Rasse“ halten.

​Wir entziehen uns eurer Kakophonie. Wir sehen uns dort, wo die Musik noch atmen kann: In der Tiefe der Clubs und in unseren Werken.

Wir schweigen nicht. Wir entziehen euch lediglich unsere Präsenz.

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